Nikolausmarkt am Heimathaus: Glühwein, Zimtsterne und Lebkuchen

Wettringen. Eine leichte Brise von Zimt, Glühwein und Lebkuchen, sinnliche Dekoration für das Auge und eine sanfte Untermalung mit Glockenspiel, Flöten und Posaunen: Das Weihnachtsfest warf am vergangenen Wochenende seine Schatten voraus und hüllte das Heimathaus in ein vorweihnachtliches Ambiente. Trotz milder Temperaturen über der Zehn-Grad-Marke schaffte es der Nikolausmarkt vom Verkehrsverein und der Wettringer Werbegemeinschaft, winterliche Gefühle hervorzulocken.

 

Natürlich dreht auch der weißbärtige Nikolaus in seinem traditionellen Bischofskostüm am Samstagnachmittag seine Runde am Heimathaus. Natürlich nicht alleine. Mitgebracht hatte er seinen finsteren Kameraden, Knecht Ruprecht, der aber in Wettringen nicht das Sagen hat. „Die Kinder waren in diesem Jahr wieder unglaublich brav“, lobte der heilige Mann seine jungen Anhänger, die teils voller Ehrfurcht, teils mit neugieriger Erwartung seinen weisen Worten lauschten. Stilecht berichtete Wolfgang Brüning, versteckt hinter einem dicken Rauschebart, von seinem Leben als Nikolaus. Und weil brave Kinder eine Belohnung verdienen, packte er im Anschluss eine große Kiste voller Stutenkerle aus.

Kulinarische Leckereien gab es auch an den zahlreichen Nikolaus-Buden. Zahlreiche Vereine und Geschäfte präsentierten sich mit selbstgemachten Köstlichkeiten, Weihnachtsdeko oder Geschenk- und Bastelideen. Die Männer vom Heimatverein backten Eiserkuchen über dem offenen Feuer, frisches Brot aus dem alten Steinofen gab es bei Angelika Erdmann und die Pfadfinder lockten mit beliebten Heißgetränken.

Weihnachtslieder gab es von den „Christmas Girls“ von der Don Bosco Schule in Mesum. Die Nachwuchssängerinnen machten dem Nikolaus und seinem Kumpanen mit ihren lustigen Tänzen. Adventsstimmung kam auch beim christlichen Posaunenchor aus Ochtrup auf, der mit guter Blasmusik die Herzen höher schlagen ließ. Der Himmel hielt nicht immer seine Schleusen dicht, aber nach über dreißig Jahren beherrschen die Organisatoren alle Tricks um nasse Überraschungen vorzubeugen. Wenn es tröpfelte, wurde es in den Zelten und Pavillons erst richtig gemütlich. Dazu ein Glühwein oder ein heißer Kakao - „Mhmm!“.

Am Sonntagnachmittag hatte sich das Adventsflair bis in die kleinsten Gassen des Ortskerns verteilt. Neben dem gemütlichen Treiben am Heimathaus luden auch offene Geschäfte zahlreiche Besucher aus Wettringen und den umliegenden Orten zum Bummeln ein. „Jetzt geht die schönste Zeit des Jahres wieder los“, freute sich einer der jüngeren Besucher, der an Papas Hand über den Nikolausmarkt schlenderte und dabei an einem Stutenkerl knabberte.

VON JULIA ALPMANN