Große schützen Kleine

Zusammenhalt bei den Pfadfindern besonders wichtig

WETTRINGEN. Als Pfadfinder begrüßt man sich herzlich. Mit der linken Hand – sie kommt „vom Herzen aus“ – schüttelt man die Hand des Gegenübers.


Zeige, Mittel und Ringfinger der rechten Hand werden hoch gestreckt. Der rechte Daumen wird auf den rechten kleinen Finger gelegt und formt einen Bogen. Hier schützt also der „Große“, der Daumen, den „ Kleinen“, nämlich den kleinen Finger. Nicht zuletzt Gesten wie diese macht die brüderliche Gemeinschaft der Pfadfinder aus. Auch in Wettringen.

150 Mitglieder
Etwa 150 aktive Mitglieder zählt dieser Stamm. So nennt sich eine ortsansässige Pfadfindergruppe. Aufgeteilt in zehn Jugendgruppen bilden hier etwa 150 junge Wettringer die Ortsgruppe der Pfadfinder. „ Schön ist es vor allem zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln“ , sagt Markus Wilbers, 2. Vorsitzender der Wettringer Pfadfinder. Er ist einer der vielen jungen Erwachsenen, die eine Gruppe leiten. Ein Leiter begleitet dabei die jungen Pfadfinder in den verschiedenen Gruppenstufen: Angefangen von den „Wölflingen“ (8- bis 10-Jährige), über die Jungpfadfinder, die „ Juffis“ (11- bis 13-Jährige), die Pfadfinder (14- bis 16-Jährige) hin zu den „Rovern“ (16- bis 20-Jährige) teilen sich die Gruppen auf. Wechselt eine Gruppe ihre Stufe, dann wechselt die komplette Gruppe, auch der Leiter bleibt gleich. In regelmäßigen Gruppenstunden treffen sich die „ Pfadis“ , machen Dorfspiele oder verbringen einfach nur Zeit miteinander.

Typische Kleidung
Sind die Pfadfinder unterwegs, dann erkennt man sie an ihrer Kleidung: Bei den Wettringern sind das vor allem die verschieden farbigen Tücher, die für die jeweilige Stufenzugehörigkeit stehen. Das Hemd, eine oftmals mit vielen Aufnähern bestickte Kluft, ist bei den Wettringern keine Pflicht: „Mit der Hemdpflicht nehmen wir es in Wettringen nicht so ernst“ , sagt Christoph Krimpmann, ebenfalls PfadfinderGruppenleiter.

Mit Tuch im charakteristischen PfadfinderKnoten sind die „ Pfadis“ auch am Höhepunkt des Jahres unterwegs: Einmal im Jahr steht das Sommerlager an. Ein Jahr gehe es an einen nahe gelegenen Ort, im nächste ziehe man dann wiederum in die Ferne, berichtet Markus Wilbers. Etwa Hundert Pfadfinderkinder campen dann in den selbst aufgebauten Zelten in der Natur.

Jeder Lagertag hat ein Thema, das Größte ist für viele Pfadfinder die ZweiTagestour: Mit dem Nötigsten ausgestattet, suchen sich hier die jungen Pfadfinder mit ihrem Gruppenleiter eine Stelle zum Nächtigen. Auf solchen Touren könne man den Kindern echte Alternativen zu Playstation und Computer im Elternhaus zeigen, weiß Christoph Krimpmann: „Man zeigt den Kindern, wie man aus einem Schnürsenkel einen Aufhänger knotet und sie sind begeistert!“ Und die Rücksprache mit den Eltern nach dem Lager zeigt: Wer aus dem Pfadfinderlager wiederkommt, der packt auch mal selbst in Mamas Haushalt an. In den regelmäßigen Gruppenstunden entwickeln sich Freundschaften. Im Lager übernehmen die jungen Pfadfinder Verantwortung. Die „großen“ Pfadfinder haben riesigen Spaß an der Gruppenbetreuung. Da bleibt den Wettringer Pfadfindern nur noch zu sagen: „ Gut Pfad!“

Bericht von Julia Bömer, MZ Mai 2010