Schottland, Thailand und Las Vegas

"Uns geht's hier wirklich gut", sind sich die Wettringer Pfadfinder einig. Seit einer Woche verbringen sie ihre Ferien im Niedersächsischen Diekholzen (MZ berichtete). Was sie erleben, reicht aber weit über das kleine Dorf hinaus.
Denn statt sich einfach dem legeren Lagerleben hinzugeben, jetten die Kinder und Jugendlichen jeden Tag von einem Land zum anderen. Und das über diverse Kontinente. So ging es nach "Schottland" (Mittwoch) am Donnerstag mit dem tropischen "Thailand" weiter. Hier bereiteten sich die Kids auf eine große Rucksacktour bevor – die Zweitageswanderung.


Nachdem alle Rucksäcke gepackt, Isomatte und Schlafsack aufgeschnallt waren, konnte es endlich losgehen. Jede Gruppe startete mit ihren Leitern und Hilfsleitern auf in die Zivilisation. Für viele nach drei Tagen der erste Weg 'runter vom Lagerplatz. Beliebtes Ziel war hierfür das nahegelegene Hildesheim. Zwar sind es bis dort eigentlich nur wenige Kilometer – mit einem riesigen Rucksack, der oft an die Größe der Kinder selbst heranreicht, gestaltet sich die Wanderung dennoch als besonders anstrengend. Wenn man schließlich noch ein relativ luxuriöses Unterkommen wie ein Jugendzentrum oder eine alte Jugendherberge fand, konnte man sich entspannt von der Anstrengung erholen.
Was aber das Entspannen schwierig gestaltete: Der gesamte Weg musste am nächsten Tag wieder zurückgelaufen werden. Vor allem das wechselhafte Wetter und die hügelige Landschaft machten die Wanderung zur abwechslungsreichen Odyssee. Umso verständlicher, dass die Kids bei der Ankunft total fertig in ihre Betten fielen.  Gut, dass die Abendshow "Wombatallee meets Sydney Oper" am australischen Tag hier nicht ganz so lang dauerte.  
Ausgeruht ging es aber am nächsten Tag in den Orient. Beim "dritte Welt"-Spiel durfte jeder seinen Beruf für einen Morgen ziehen. So unterschieden sich die Sultans und Eunuchen von den Ziegenbauern und Gebetsschreiern. Natürlich bekam jeder seinen Gehalt – aber eben dem Beruf angepasst. So konnten sich die ärmeren durch Massagen und  andere Dienste eine Überraschung verdienen: ein leckeres Eis am Abend.
Da aber das Wetter leider nicht so richtig zum Orient passte und das vorgesehene Spiel "Alibaba und  die 40 Räuber" ins Wasser fiel, schwamm der gesamte Trupp schon am Nachmittag Richtung Übersee – in die USA. In Vegas wartete ein Casinonachmittag mit Black Jack, Poker, Roulette und Schätzen. Ein Highlight bot sich aber am Abend: Die "Arsch auf Eimer"-Show, bei der man besonders "Po-betonte" Spiele gewinnen musste, brachte gute Laune – denn Mitmachen war angesagt.
Klar, dass es nach einem Spiel wie diesem viel Entspannung braucht: Am nächsten Morgen durften die Kids endlich ausschlafen – und auch am späten Vormittag zum gemütlichen Brunch antreten. Immer noch in den USA hieß das Programm für diesen Tag "Paris, Tinkerbell und  Co". Ob schicke Frisuren im Friseursalon "H²Usi" mit André und Basti Husken, ein Knigge-Kurs oder ein Catwalk-Training – dem perfekten Auftritt auf dem roten Teppich stand nichts mehr im Wege. Trotzdem war es nicht das, was die nächste Abendshow ausmachte. Weiter ging es nämlich mit "American Gladiators" – einem bekannten Spektakel aus Übersee.
Kaum zu glauben, dass dieses straffe Programm noch zu toppen sein kann. Wer im Lagerstress noch Langeweile bekommt, ist wohl selbst schuld. Ein Highlight, dass garantiert nicht langweilig sein kann: Die heutige Tagestour. Zwar gab es zwischen den Kindern das ein oder andere, das sich weniger auf Wild- und Hausschweine im "Sauen-Wildpark" freut. Dass sie aber von den Leitern an der Nase herumgeführt wurden und ihnen heute ein Ausflug in den Heidepark Soltau bevorsteht, erfahren sie wohl erst im Bus nach Soltau.
Anne Münning