2000 - Sturm auf die Burg des Fürsten fordert den ganzen Pfadfinder

Wettringen (mbi/tgt) – Bei Mutter den Bauch vollgeschlagen und ordentlich geduscht – die Pfadfinder sind wieder ganz zu Hause. Hier der letzte Reisebericht aus dem Lager am Erikasee, für die MZ geben Maria Biefang und Torben Gust ihre Eindrücke wieder.
„Luxus im Lager“ – das war das Thema beim „Talk mit Alex“ im Lager der Wettringer Pfadfinder. Acht Gäste diskutierten mit Talkmaster Alexander Ehling über die Notwendigkeit von elektrischen Zahnbürsten. CD-Anlage und Handys im Lager. Zwei Extreme kristallisierten sich heraus: auf der einen Seite Technik-Fetischisten, die jegliche Art von Luxusgütern als Verbesserung sehen. Ihre Gegner waren alte Lagerhasen, die ganz anderer Meinung waren: „Back to the roots“. Weg mit den Sanitäranlagen, her mit den selbstgebauten Plumpsklos – wie es vor zehn Jahren noch selbstverständlich war.


Glücklicherweise wurden zumindest im Publikum Stimmen laut, die auf einen sinnvollen Mittelweg hinwiesen. „Ein bisschen Luxus ist mit Sicherheit tragbar, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir Pfadfinder sind!“
Weniger Luxus gab es am Dienstagmorgen beim Dritte-Welt-Tag. Unter dem Motto „Der Scheich und seine Familie“ galt es, sich die Rangfolge bei der Essensschlange zu verdienen. Scheich Manuel Janning hatte alle Hände voll zu tun, sein Geld unter den zahlreichen Wasserträgern, Marktschreiern, Tänzerinnen, Bettlern und Tierdompteuren zu verteilen.
„Takeshi´s Castle – Sturm auf die Bastion“ stand für den Mittwoch auf dem Programm. Fürst André Penz und seine „Leiter-Gefolgschaft“ hatten es nicht leicht, die Spielplatzburg vor dem Angriff der Lagerkinder unter der Führung von General David Schlamann zu verteidigen. In sieben Etappen verminderte sich die Zahl der circa 60 Angreifer auf nur noch vier Finalisten, die dem Fürsten und seinem Team schließlich Auge in Auge gegenüber standen und das Papierschild des Fürsten mit Wasserspritzen zerstörten.
Für die Abendshow „Stunde der Wahrheit“ hatten die jungen Pfadies schon einen Tag vorher ihre Aufgaben bekommen, damit sie am Mittwochabend fehlerfrei vorgeführt werden konnten. Moderatorin Maria Biefang hatte sich für jedes Zelt eine andere knifflige Aufgabe ausgedacht und man war auf den Ausgang der Show gespannt. Die Wettringer hatten fleißig trainiert, so dass sie alle mit einem Preis und tosendem Applaus des Publikums belohnt wurden.
Am Donnerstag war Köpfchen gefragt. Im Planspiel ging es darum, ob ein Lagerfeuerverbot und Nachtruhe um 22 Uhr eingeführt wird. In sieben Parteien aufgeteilt, diskutierte man über Pro und Kontra von Lagerfeuern und Nachtruhe. Man kam zu dem Ergebnis, dass ein Lager ohne Lagerfeuer unvorstellbar ist. Und auch eine Nachtruhe um 22 Uhr wäre nicht realisierbar, wie die „Love-Parade“ am Abend zeigte. Schrill geschminkt und verrückt gekleidet feierten die Pfadies den letzten Abend in Esterwegen.
Die beiden Moderatoren Marion Sanders und Dennis Schlamann begrüßen Gäste wie Wolfgang Petry, Nena, Zladdi & Jürgen und Mickie Krause, die den Wettringern so richtig einheizten.
Ein dicker Dank ging an das Küchenteam: Küchenchefin Mecki Grönefeld bekam ein T-Shirt mit der Aufschrift „Big Mother“. Für 14 Jahre Lagerleitung bedankte man sich bei Michael „Zocker“ Niehues mit einer Uhr und Standing Overation.
Beim anschließenden Feuerwerk dachten die Pfadfinder noch einmal an die zahlreichen Erlebnisse des Sommerlagers 2000.